Strand von Llandudno zwischen Granitfelsen

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Strände und Baden

Über dem Strand von Muizenberg flattert eine Flagge, und ein Shark Spotter behält das Wasser im Blick. Wer schwimmen will, schaut zuerst auf die Farbe.

Foto: 123RF

Südafrika hat zwei Meere. Das spürst du beim ersten Schritt ins Wasser. Vor der Westküste fließt der kalte Benguela-Strom, im Osten der warme Agulhas-Strom aus dem Indischen Ozean. Zum Baden im warmen Meer fährst du nach KwaZulu-Natal, nicht an den Atlantik bei Kapstadt. Am Kap der Guten Hoffnung treffen sie sich nicht. Die Mischzone liegt weiter östlich, rund um Kap Agulhas.

Strände mit vollem Blue-Flag-Status in der Saison 2025/26
50
Orte in KwaZulu-Natal mit Hainetzen oder Drumlines
37
kann das Wasser vor Clifton im Hochsommer erreichen
unter 10 °C
halten Shark Spotters an Stränden Kapstadts Ausschau
seit 2004

Wetterportale geben für die Atlantikseite Kapstadts Monatsmittel von etwa 17 Grad im Januar und Februar und 13 Grad im Juli an. Das sind Satelliten- und Modellwerte, eine amtliche Reihe gibt es dazu nicht. Vor Ort sieht es oft anders aus. Am Strand von Clifton treibt der Südostwind von Oktober bis April das warme Oberflächenwasser hinaus, kaltes Wasser steigt aus der Tiefe auf. Im Sommer kann das Wasser dort unter 10 Grad fallen, im Winter ist es mit 10 bis 20 Grad oft wärmer, so die englische Wikipedia.

Die False Bay auf der anderen Seite der Kaphalbinsel ist wärmer. Fish Hoek kommt im Jahresmittel auf knapp 17 Grad, für Muizenberg nennt ein Surfportal 19 bis 21 Grad Ende Januar. In Durban zeigen die Portale 24 bis 25 Grad von Januar bis Mai und rund 21 Grad im Oktober. Nimm alle Werte als grobe Richtung.

Hainetze in KwaZulu-Natal

An der Küste von KwaZulu-Natal schützen Netze und Drumlines, also Köderhaken an Bojen, die Badestrände. Betreiber ist das KwaZulu-Natal Sharks Board mit Sitz in uMhlanga, gegründet 1962. Es sichert heute 37 Orte.

Das Programm ist umstritten. In 30 Jahren starben in den Netzen und an den Haken über 33.000 Haie. Dazu kamen als Beifang 2.211 Schildkröten, 8.448 Rochen und 2.310 Delfine.

Shark Spotters in Kapstadt und Plettenberg Bay

Kapstadt geht einen anderen Weg. Seit 2004 beobachten dort Shark Spotters das Wasser vor den Stränden, getragen von der Stadt und der Save Our Seas Foundation. Wie viele Strände es sind, nennen Quellen unterschiedlich. Dazu gehören unter anderem Muizenberg, St James, Fish Hoek und Noordhoek, alle an der False Bay. Seit der Saison 2025/26 arbeiten die Späher auch an fünf Stränden in Plettenberg Bay.

Am Strand zeigen Flaggen, wie die Lage ist. Nach Medienberichten heißt Grün gute Sicht, eine schwarze Flagge mit Hai schlechte Sicht, Rot erhöhte Gefahr. Die weiße Flagge mit schwarzem Hai bedeutet: Hai gesichtet, raus aus dem Wasser, dazu heult eine Sirene. Lies die Tafel am Strandaufgang, dort steht die Erklärung vor Ort.

In Fish Hoek schützt zusätzlich ein Ausschlussnetz die Badenden. Der Strand hat eine Geschichte mit Haien: Im November 2004 und im Januar 2010 starben hier Schwimmer nach Haiangriffen, im September 2011 biss ein Hai trotz Strandsperre zu. Die Notrufnummer der Shark Spotters ist 078 174 4244.

Strömungen sind das größere Risiko

Das Auswärtige Amt warnt vor starken Unterströmungen, die selbst geübte Schwimmer aufs Meer hinausziehen. Solche Rippströmungen ziehen dich hinaus, nicht nach unten. Weltweit sind sie der häufigste Grund für Rettungseinsätze an Stränden. Frag vor dem Baden immer, wo es an diesem Strand sicher ist, rät das Amt.

Auch im Süßwasser gilt Vorsicht. In Seen und Flüssen von Limpopo, Mpumalanga, KwaZulu-Natal und im Ostkap bei Gqeberha rät das Auswärtige Amt wegen Bilharziose vom Baden ab.

Blue Flag und der Strand mit Pinguinen

In Südafrika vergibt die Umweltorganisation WESSA die Blue Flag. Für die Saison 2025/26 erhielten 50 Strände den vollen Status, ein Jahr zuvor waren es 48, dazu kamen 20 Pilotstrände. Die Liste wechselt jedes Jahr. Die nächste Bekanntgabe ist um Ende Oktober 2026 zu erwarten. Schau vor Ort auf die Flagge am Strand.

Einen Strand besuchen viele wegen der Bewohner: Boulders bei Simon's Town. Dort brütet eine Kolonie von Brillenpinguinen, einer Art, die seit Oktober 2024 als vom Aussterben bedroht gilt. Der Eintritt kostet ab 1. November 2026 R 282 pro internationalem Erwachsenen.

Unser TippWillst du an der Kaphalbinsel baden, fahr an die False Bay nach Muizenberg oder Fish Hoek statt an die Atlantikstrände: wärmeres Wasser, und Shark Spotters schauen zu. Bei Südostwind kann der Atlantik vor Clifton auch im Hochsommer unter 10 Grad fallen.

Strände und Baden: häufige Fragen

Warum ist das Meer bei Kapstadt so kalt?

Vor der Westküste fließt der kalte Benguela-Strom, und im Sommer treibt der Südostwind das warme Oberflächenwasser vor Stränden wie Clifton hinaus. Kaltes Wasser steigt aus der Tiefe nach, es kann dann unter 10 Grad fallen.

Wo ist das Meer in Südafrika am wärmsten zum Baden?

Am wärmsten ist das Meer an der Ostküste in KwaZulu-Natal, wo der Agulhas-Strom aus dem Indischen Ozean warmes Wasser bringt. In Durban zeigen Wetterportale von Januar bis Mai Monatsmittel um 24 bis 25 Grad.

Wie werden Badende in Südafrika vor Haien geschützt?

In KwaZulu-Natal sichert das Sharks Board 37 Orte mit Netzen und Drumlines. In Kapstadt und seit 2025/26 auch in Plettenberg Bay beobachten Shark Spotters das Wasser und warnen mit Flaggen und Sirene.

Was bedeutet die weiße Flagge mit Hai an Kapstadts Stränden?

Die weiße Flagge mit schwarzem Hai zeigt nach Medienberichten an, dass die Shark Spotters einen Hai gesichtet haben. Du verlässt dann sofort das Wasser, dazu heult eine Sirene.