Brillenpinguine laufen über den Strand von Boulders

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Brillenpinguin

Zwischen den Felsblöcken von Boulders Beach watschelt ein Brillenpinguin aus der Brandung, das Wasser perlt vom Gefieder. Über dem Auge leuchtet ein rosa Fleck, quer über die weiße Brust läuft ein schwarzes Band.

Foto: 123RF

Der Brillenpinguin ist der einzige wild lebende Pinguin Afrikas. Er wird 60 bis 70 Zentimeter groß und 2,5 bis 3 Kilo schwer. Seinen Namen hat er vom rosa Fleck, der vom Schnabel bis um das Auge reicht. Seit Oktober 2024 führt die IUCN ihn als vom Aussterben bedroht, als erste der 18 Pinguinarten.

Einstufung der IUCN seit Oktober 2024, vorher stark gefährdet
vom Aussterben bedroht
Brutpaare laut IUCN 2024, davon 8.536 in Südafrika
9.900
Brillenpinguine im Jahr 1910
1,5 Millionen
Vögel in der Kolonie am Boulders Beach, die 1982 mit zwei Paaren begann
rund 3.000

Anfang des 19. Jahrhunderts lebten wohl rund vier Millionen Brillenpinguine, 1910 noch anderthalb Millionen. Dann ging es immer schneller. 2019 zählte man in Südafrika und Namibia etwa 20.850 Brutpaare. Die IUCN kam 2024 auf 9.900. Davon brüten 8.536 Paare in Südafrika und etwa 1.200 in Namibia. Geht es so weiter, ist die Art nach der englischen Wikipedia um 2035 funktional ausgestorben.

Der Hauptgrund ist die industrielle Fischerei. Brillenpinguine fressen vor allem Sardinen und Sardellen. Dazu verschiebt der Klimawandel Wassertemperatur und Salzgehalt und damit die Fischschwärme. In der Saison 2025/26 fanden viele Tiere so wenig Futter, dass sie sogar während der Mauser jagen gingen, ohne vollständiges Gefieder und leichte Beute für Haie und Robben.

Fischereiverbot rund um sechs Kolonien

Am 18. März 2025 endete ein Gerichtsverfahren um die Fischerei vor den Kolonien mit einem Vergleich. Um sechs Brutkolonien gelten seitdem größere Fischerei-Sperrzonen, und zwar das ganze Jahr.

Wo du Brillenpinguine siehst

Am bekanntesten ist die Kolonie am Boulders Beach bei Simon's Town auf der Kaphalbinsel. 1982 brüteten dort zwei Paare, heute leben dort rund 3.000 Vögel. Eine zweite Festlandkolonie liegt am Stony Point in Betty's Bay im Overberg, sie entstand in den 1980er Jahren. Leoparden haben sie schon angegriffen.

Die übrigen Brutplätze liegen auf Inseln, etwa Robben Island vor Kapstadt, Dyer Island und St Croix in der Algoa Bay. Die meisten Nester bauen die Pinguine in Südafrika von März bis Mai. Das Weibchen legt zwei Eier, die Brut dauert etwa 40 Tage.

Unser TippNimm für Boulders Beach eine Karte mit, an der Kasse zahlst du bargeldlos (Stand Oktober 2026). Fährst du weiter ins Overberg, halt auch am Stony Point in Betty's Bay.

Brillenpinguin: häufige Fragen

Seit wann ist der Brillenpinguin vom Aussterben bedroht?

Die IUCN hat den Brillenpinguin Ende Oktober 2024 von stark gefährdet auf vom Aussterben bedroht hochgestuft. Er ist die erste der 18 Pinguinarten in dieser Kategorie.

Wie viele Brillenpinguine gibt es noch?

Die IUCN zählte 2024 noch 9.900 Brutpaare des Brillenpinguins, 8.536 davon in Südafrika und etwa 1.200 in Namibia. 1910 lebten noch rund anderthalb Millionen Tiere.

Warum sterben die Brillenpinguine aus?

Der Hauptgrund ist die industrielle Fischerei; dazu verschiebt der Klimawandel die Schwärme von Sardinen und Sardellen, von denen Brillenpinguine vor allem leben. Seit einem Gerichtsvergleich im März 2025 gelten um sechs Kolonien größere Fischerei-Sperrzonen.

Wo sieht man in Südafrika Brillenpinguine an Land?

Brillenpinguine siehst du an Land vor allem am Boulders Beach bei Simon's Town und am Stony Point in Betty's Bay. Beide Kolonien entstanden erst in den 1980er Jahren.