Nelson Mandela ist einer der wenigen Vertreter, die gegen die Unterdrückung der schwarzen Bevölkerung auf unserer Erde kämpfen. Außerdem gehört er zu den Wegbereitern des friedlichen Übergangs von der Apartheidspolitik in ein demokratisches sowie gleichheitsorientiertes Südafrika. Im Jahr 1993 erhielten Nelson Mandela sowie Frederik de Klerk zusammen den Friedensnobelpreis. Von 1994 bis 1999 war “Nelson Mandela erster schwarzer Präsident Südafrikas”. Heute lebt Nelson Mandela zurückgezogen lebt in seinem Heimatdorf Qunu.

Nelson Mandela 2008 in Johannesburg; Foto: South Africa The Good News
Geboren wurde Nelson Mandela am 18. Juli 1918 in Mvezo in der Nähe von Umtata, es ist die Hauptstadt der Transkei. Sein Geburtsname ist Rolihlahla Mandela und er gehört zum Stamm der Xhosa. Den Vornamen Nelson erhielt er an seinem ersten Schultag. Sein Vater war Berater des Königshauses der Thembu und somit wurde seine Kindheit entscheidend durch die Zugehörigkeit zum Königshaus geprägt. Als er etwa fünf Jahre alt war, zog er mit seiner Mutter nach Qunu. Dort besuchte er die Methodistenschule. Im Alter von neun Jahren verlor er seinen Vater und mit 16 Jahren wurde er als Erwachsener im Stamm der Xhosa aufgenommen. Er besuchte ein Thembu-College, das “Clarkebury Boarding Institute” und ab 1937 die methodistische Missionsschule in Healdtown. Mit 21 Jahren begann er sein Studium am Missions-College von Fort Hare. Hier lernte er auch Oliver Tambo, einen politischen Weggefährten kennen. Zu den Ursprungsorten der politischen Opposition gegen die Vormachtstellung der Weißen zählen Healdtown sowie Fort Hare. Viele Afrikaner der Widerstandsbewegung erhielten hier ihre akademische Ausbildung. Nelson Mandela wollte keine Laufbahn am Thembu-Hof, er wollte als Anwalt im “Regierungsministerium für Eingeborenenangelegenheiten” arbeiten.
Während des Jurastudiums gehörte er zum Studentenrat. Der Regent Jongintaba wollte Mandela sowie seinen Sohn der herrschenden Tradition entsprechend mit Thembu-Mädchen verheiraten. Zusammen mit dem Justice, dem Sohn des Regenten floh Mandela nach Johannesburg. Zu Beginn hatte er in der Großstadt Anpassungsschwierigkeiten, ein Vetter führte ihn dann allerdings bei Walter Sisulu ein. Mithilfe Walter Sisulus begann er das Jurastudium an der Witwatersrand-Universität. Hier lernte er auch Joel Carlson, seinen späteren Anwalt kennen.
Bereits als junger Jurastudent gehörte Mandela zur politischen Opposition, die sich gegen die weiße Minderheitsregierung wandte. Im Jahr 1942 trat er dem ANC “African National Congress” bei und gründete mit Oliver Tambo sowie Walter Sisulu die Jugendorganisation des National Congresses. Nachdem die National Party im Jahr 1948 die Wahlen gewann und die Apartheids-Politik einführte, beteiligte sich Mandela in den folgenden Jahren an den Widerstandskampagnen. Er war auch maßgeblich am Widerstandskonzept gegen die Apartheid beteiligt. Im Jahr 1956 wurde er das erste Mal wegen Landesverrats angeklagt, er wurde aber, wie alle anderen auch, freigesprochen. Nach dem Massaker von Sharpeville im Jahr 1960 akzeptierte Mandela die Notwendigkeit eines gewaltsamen Kampfes. Bis dahin war er für Gewaltverzicht bei den Auseinandersetzungen gewesen. Im Jahr 1962 wurde er als Anführer des “Umkhonto We Sizwe” dem bewaffneten Flügel des ANC verhaftet. Er erhielt fünf Jahre Gefängnis und im Juni 1964 wurde er im Rivonia-Prozess zu lebenslanger Haft verurteilt. Den größten Teil der Strafe verbüßte er auf Robben-Island.
Eine Freilassung im Jahr 1985 lehnte er ab, da sie an eine Bedingung, und zwar auf einen bewaffneten Kampf zu verzichten, geknüpft war. Im Jahr 1990 wurde Mandela auf Befehl des Staatspräsidenten Frederik de Klerk entlassen und gleichzeitig ließ er den ANC wieder zu. Mandela leitete nach seiner Freilassung die “Politik der Versöhnung” ein.
